Die grosse Tour mit Lady Saw & Trilla Jenna

wenn dich dein bookerfreund anruft und fragt, ob du mit lady saw auf tour gehen willst, dann ist das ziemlich toll, aber mit vorsicht zu geniessen. wenn du dann am 24. juni 2002 aber in einer pizzeria sitzt und sich eine rothaarige dame aus jamaica mit "hey, my name is marion, 'ow are you?" vorstellt, ist das ziemlich der oberbörner. so hats angefangen, unsere tour mit der unbestrittenen nummer eins in sachen female dancehall. geprobt wurde bei uns im studio, ca zwei stunden, man arbeitet anscheinend nicht gerne auf jamaica, und dann war das erste konzert im sommercasino basel.

nervositäts-check: fünfmillionen. aber die show war erste sahne, ein bisschen wackelig hier, ein bisschen "hoppla, chunnt scho das" da, aber dem publikum, uns und den sängerinnen hats gefallen. mit von der partie auf der ganzen tour war trilla jenna, eine sängerin aus england. sie arbeitet sonst regelmässig mit der all-female-band sisters zusammen und macht aufnahmen auf mad professors ariwa label. mit ihr haben wir ein tolles kontrastprogramm erarbeitet, rootsiger als die dancehall-brätschers von lady saw.

zweites konzert auf unserem tourplan war das rototom sunsplash in udine, italien. das erste mal im hotel, auf dem gleichen stock wie luciano, das erste mal so richtig "dabei sein" feeling, als luciano aus dem hotel tritt uns sich vorstellen kommt. das konzert am abend hatte etwa 3 stunden verspätung und fand im kleinen zelt statt, das dach der hauptbühne war am nachmittag zusammengebrochen. noch chaotischer gehts nicht, aber wir waren ja in italien und haben das locker weggesteckt. ein hervorragendes luciano konzert durften wir ja danach auch noch sehen! eric war sooooo begeistert, dass er einfach so seine snare-drum liegen liess.

dann gings ab nach österreich, innsbruck zuerst, danach wien. innsbruck war das erste konzert, wo's einigermassen gerollt hat, tolle leute da, die scrucialists waren sooooo begeistert, dass sie einfach so das riddim-banner liegen liessen.

wien war der hammer! proppe voll war der raum, eine geile selection vor den konzerten und die ersten haapspray-fackeln der tour. big up wien! germany, here we come!

erster halt frankfurt, cookies, ein netter club mit winziger bühne, etwa 20 cm erhöht, lady saw auf tuchfühlung mit der crowd. da hatte es ein mädchen (frau, rudegirl, wie auch immer), die hat doch wirklich alle lyrics mitgesungen (sie soll sich melden, dann schicken wir ihr ihre combination mit lady saw während sycamore tree!) tolles opening von tolga, gracias!

hannover, das einzige konzert, wo's nicht so richtig geklappt hat. in einer riesigen halle, mit nicht ganz so riesigem publikumsaufgebot, das war nicht sehr leicht, da stimmung zu machen. versucht haben wirs trotzdem!

nächster stop hamburg, musikhochburg, mekka, homebase von so vielen tollen musikerinnen und musikern! gespielt haben wir in der fabrik, einem superlokal, wo schon viele erwürdige namen an der wand der umkleidekabine stehen. juggling an diesem abend vom kangaroots soundsystem. gruss an den mischer aus lörrach, der seine karriere im hirschi in basel begonnen hat! ein tolles konzert für uns und für die zuschauer mit einer sehr gut aufgelegten lady saw. nach dem konzert hat uns lars vom kangaroots soundsystem mitgenommen in die astra-stube. die insider wissen was kommt, für alle anderen: mittwoch + hamburg = sillywalks in der astrastube. sillywalks + astrastube = reggaeselection vom allergeilsten in einer winzig kleinen bar irgendwo unter einer brücke. eine hammerparty hat da stattgefunden, nicht zuletzt, weil sillywalks wohl eben mal ihre vor kurzem erschienene cd testgespielt haben, und spätestens seit da wissen die jungs, dass sie da erste-sahne-songs abgeliefert haben. auschecken!

nach hamburg gings nach berlin (gruss an kalle!). berlin ist schon eine grossstadt, spätestens nach den beschimpfungen am merchendising stand und der nachfolgenden erklärung von dj kalle kuts "och, das ist halt so hier" wussten wir, das hier ein anderer wind weht wie bei uns in ch. und dann 8 stunden ist auto und ab nach lindau zu kollege mark ins vaudeville.

ein wirklich sehr geiles konzert von beiden sängerinnen, festgehalten auf video und celluloid von bernie burnstar's yummy enterprises! ein rundum toller abend mit aftershow dancing bis in die frühen morgenstunden.